03.03.2014

1, 2, 3 – Inklusion ist keine Zauberei!

Nein, dass Inklusion harte Arbeit für alle Beteiligten bedeutet und dahinter der Einsatz vieler helfender Hände steckt, das wird wohl niemand, der unsere beeindruckende Fuß- und Fahrradgruppe im diesjährigen Hildener Rosenmontagszug bejubelte, in Frage stellen. Am Anfang stand der Traum vieler einzelner Jecken. Sie alle unter einen Zauberhut zu bringen, da brauchte es schon eine gute Organisation, viele zündende Ideen und nicht zuletzt den guten Willen aller Beteiligten, damit es am 03.03.2014 gemeinsam rollte.

Fast alle jungen Bewohner der Wohngruppe Mozartstraße der Graf Recke Stiftung in Hilden, deren Eltern und Betreuer schrieben am diesjährigen Rosenmontag gemeinsam mit dem Ehepaar Appelbaum vom begleiteten Radfahren und mir, einer linksseitig gelähmten Ex-Hildenerin, ein neues Kapitel in der Hildener Karnevalsgeschichte. Ein Beispiel, das Schule machen sollte! Denn eine solche Fußgruppe hatte es bisher nicht gegeben. Mit 6 geschmückten Fahrrädern, teilweise Nebeneinandertandems, aber auch Singlerädern, machten wir uns als große närrische Zaubererfamilie von der Mozartstraße aus auf den Weg zum Lindenplatz. Dort bildete sich der lange Bandwurm, der ab 14:11 Uhr durch die Innenstadt rollte. Selbst die lange Wartezeit bis zum Start und ein durchziehender Regenschauer konnten unsere Vorfreude nur kurzfristig trüben. Die Salzbrezeln eines Frankfurter Anbieters stärkten uns und ließen das Donnergrollen unserer hungrigen Mägen verstummen.
 
Stattdessen schallten immer wieder die mit viel Begeisterung und Schwung gesungenen Karnevalslieder der jungen und jung gebliebenen Zauberer durch die Straßen. Wenn nicht heute, wann dann? Voll Elan und manchmal auch zu eifrig wurden die Kamellen geworfen. Viele offene Hände, Taschen, aufgespannte Regenschirme und Hüte versuchten die süßen Verführungen zu fangen. Ob etwas von dieser hier gezeigten Offenheit auch in den Alltag mitgenommen werden konnte? Oder gilt auch dafür: Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Dank der begleitenden Wagenengel und der Vorsicht der Piloten kamen auch in diesem Jahr keine grapschenden Finger in die Speichen. Unfallfrei zogen wir durch die Stadt, konnten einen letzten Blick auf den dem Abriss geweihten Reichshof werfen, manchem Bekannten zuwinken und manches Lächeln in die Gesichter der Zuschauer zaubern. Mit dem Ende der Fußgängerzone war auch das letzte Bonbon verteilt und das Ende des Zuges erreicht.

Zum Abschluss eines herrlichen Ereignisses fuhren wir wieder in die Mozartstaße. Hier durften wir uns aufwärmen, etwas trinken und bei leckeren Berlinern noch einmal den Tag Revue passieren lassen.

Ich konnte dank dem Ehepaar Appelbaum und den Gründern der Weik-Stiftung allen Teilnehmern ein Tütchen überreichen mit Bleistift, Mandala, Luftballon, Luftschlange, Schokolade und etwas Süßem. Dies sollte mein kleiner Beitrag zu diesem großen Erlebnis sein.

Die Jugendlichen zeigten deutlich mehr Spannkraft und Durchhaltevermögen. Während ich, müde und geschafft von den vielen Eindrücken, mich nach einem ruhigen Plätzchen zum Ausruhen sehnte, drehten sie richtig auf. Ob sie am nächsten Tag ausgeschlafen zur Schule oder Arbeit kamen?

Und ob auch sie sich dankbar an dieses denkwürdige Ereignis erinnern werden? Ich jedenfalls habe in der Zeit der Vorbereitung und auch während des Zuges viel gelernt:
1, 2, 3 – Inklusion ist keine Zauberei!

Monika Spielmann

  • Unsere Zauberergruppe, die aus verschiedenen Dreirädern und Fußgängern besteht, auf dem Weg zum Rosenmontagszug
  • Frau Spielmann und Herr Appelbaum als Zauberer verkleidet auf dem Dreiradtandem im Hildener Rosenmontagszug
  • Ein Teil unserer Zauberergruppe mit zwei Bollerwägen im Rosenmontagszug
  • Die Dreiradtandems in der Mittelstraße beim Rosenmontagszug



« zur Kundenbericht-Übersicht

Unser Motto

Wenn deine Ziele groß sind
und deine Mittel klein,
handle trotzdem,
denn durch dein Handeln
vergrößern sich auch deine Mittel.

(Chinesisches Sprichwort)

Adresse

Begleitete Radfahrten
Wolfgang Appelbaum
Gustav-Mahler-Straße 44
40724 Hilden

Tel: 02103 / 9 78 41 06
Mobil: 0170 / 2 12 69 30
E-Mail: info@begleitete-radfahrten.de