10.06.2011

Wo Wohlfühlen eine neue Dimension erhält

Seit Freitag, den 10. Juni, hat sich für mich, eine linksseitig gelähmte Rollstuhlfahrerin, eine neue Welt aufgetan. Dank dem Ehepaar Appelbaum durfte ich das begleitete Fahrradfahren hautnah am eigenen Leib kennenlernen. Vom ersten Moment an war es ein Genuss. Der Flyer, mit dem diese Idee vorgestellt wird, verspricht „Gemeinsam radeln, miteinander klönen, Freude erleben. Begleitete Radfahrten für Menschen mit Handicap und Senioren.“
Die Sonderanfertigung eines Fahrrades, bei dem zwei Radler nebeneinander sitzen können, kann für fast jedes Handicap individuell eingestellt werden. Ein Stock muss mit? Kein Problem. Selbst ein Faltrollstuhl kann bei Bedarf mitgenommen werden. Doch lieber nutzte ich den Platz für meinen Rucksack, meinen ständigen Begleiter. In ihm hatte ich alles verstaut, was ich für diesen ersten Ausflug zu brauchen glaubte. Da das Wetter etwas unbeständig aussah, enthielt er auch meine Regenhose, eine Flasche Wasser, einen Stadtplan und eine Tupperdose mit gespaltenen Äpfeln.
Und nicht zuletzt meinen Fotoapparat. So gut vorbereitet starten Herr Appelbaum und ich nach der Einstellung des Fahrrades, der Festlegung des Zielortes und des Zeitrahmens im Rosenweg. Auch das gehört für mich zu den großen Pluspunkten dieses Servicepakets: Das Fahrrad kommt zu mir, ich brauche weder einen Fahrdienst noch ein Taxi zusätzlich bestellen. Auf los geht’s los. Unter den bewundernden Blicken meiner Nachbarn und etlicher Passanten starten wir Richtung Elbsee, meinem „Traumziel“ des heutigen Tages. Mein Stadtplan wird nicht gebraucht, denn auch Herr Appelbaum ist bestens ausgestattet. Stadtplan und Navi kommen zum gleichen Ergebnis und schicken uns entlang der Itter nach Haus Horst. Und während unsere Beine uns fleißig voranbringen, beginnen wir mit dem Klönen, lernen uns gegenseitig kennen und schätzen! Die Freude hat sich schon gleich zu Anfang eingestellt und bleibt uns, ebenso wie das trockene Wetter, bis zum Schluss treu.
Vom ersten Moment an habe ich mich auf dem Fahrrad sicher und wohl gefühlt. Selbst das Besteigen – besser sollte ich sagen Hinsetzen – lässt sich mühelos regeln. Die Arbeitsteilung ist genau geregelt: Ich muss nur (wenn ich kann und mag) ein wenig mit trampeln. Alle anderen Aufgaben, wie auf den Verkehr achten, den richtigen Weg finden, das Schalten, Abstände richtig einschätzen, und, und … übernimmt Herr Appelbaum. Und weil wir beide so viel Spaß haben an dem, was wir da tun, einigen wir uns auf die etwas längere Route entlang dem Unterbacher See.

Monika Spielmann auf dem Dreiradtandem am Unterbacher See

Unterwegs entwickeln wir fleißig Zukunftsvisionen, träumen von mehrtägigen Touren mit Übernachtungen, und auch meinem Vorschlag, mich während der Urlaube in der Lüneburger Heide oder im Wiehengebirge mit dem Fahrrad zu besuchen, scheint Herr Appelbaum nicht abgeneigt. Fast alles ist eben eine Frage des Wollens und der guten Organisation. Die Äpfel haben wir uns dann bei einer kurzen Pause munden lassen. Sie werden sicher auch weiterhin einen Platz in meinem Rucksack finden. Den würde ich am liebsten noch heute Abend für die nächste Ausfahrt packen. Aber erst einmal warte ich ab, ob mich morgen kein Muskelkater plagt. Ausschließen kann ich das nicht. Aber selbst wenn: Dann spüre ich wenigstens, dass ich mich bewegt habe.
Dem Ehepaar Appelbaum kann ich nur viel Erfolg für Ihre Geschäftsidee, Freude bei der Umsetzung und einen möglichst trockenen Sommer wünschen. Was in meinen Kräften liegt, will ich gerne dazu tun, damit dieses Beispiel von gelebter Integration und Förderung der Lebensfreude Schule macht. Begleitetes Radfahren sollte ab sofort in jedes Programm einer Reha-Klinik aufgenommen werden. Vielleicht auch bei den Angeboten der BSGH oder Sportmühle nicht länger fehlen.
Meine Begeisterung und Dankbarkeit kann ich leider nur mit ein paar Worten zum Ausdruck bringen. Weiter so, liebes Ehepaar Appelbaum. Wir sehen uns bestimmt wieder!!
(Monika Spielmann)



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