18.07.2013

Wir sind Partner der EMSCHERKUNST.2013

Vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 findet zum zweiten Mal die Ausstellung Emscherkunst im Bereich der Städte Duisburg, Dinslaken, Oberhausen, Essen, Bottrop und Gelsenkirchen statt. Dieses Projekt begleitet die Renaturierung der Emscher und zeigt alle drei Jahre spannende Kunstobjekte an ungewöhnlichen Orten – verwilderte Brachen, ehemalige Industrieorte und das Gebiet zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal –, die mit dem Fahrrad erkundet werden können.

Als Partner der EMSCHERKUNST.2013 führen wir begleitete Radtouren auf dem barrierefreien Dreiradtandem zu den Kunstorten des Emscherkunst-Projektes durch. Und gleich die erste Tour war ein Volltreffer. Bei herrlichem Wetter waren das Radeln ein Genuss und sowohl die Gegend als auch die Kunstwerke eine Augenweide. Unsere Mitfahrerin, Frau Spielmann, hat ihre Eindrücke dankenswerterweise in einem kleinen Bericht niedergeschrieben, den Sie hier lesen können:


„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“
(Picasso)

Und wieder einmal war mir, einer linksseitig gelähmten Rollstuhlfahrerin, das Glück hold. Denn ich durfte neben Herrn Appelbaum ein Dreiradtandem besteigen und im Rahmen der EMSCHERKUNST.2013 eine begleitete Radtour zu den Kunstwerken entlang der Emscher unternehmen. Diese Veranstaltung stand für mich von Anfang an unter einem guten Stern. Schon am Morgen lachte die Sonne von einem tiefblauen und nahezu wolkenlosen Himmel. Ein wundervoller Tag lag vor mir.

Wir starteten am Besucherzentrum Emscherdorf in Oberhausen mit den Projekten der KunstVereineRuhr und des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Voller Vorfreude und Spannung genoss ich gleich die ersten Eindrücke. Schon jetzt wurde klar: Es gab nicht nur viel zu sehen und zu bestaunen, nein, die Zahl der Fotomotive war schier unendlich. Hinzu sollten die vielen landschaftlich reizvollen Eindrücke kommen. Wie soll ich es da schaffen, diese Fülle in einigen wenigen Sätzen zu beschreiben? Den Staub des Alltags hatte ich längst von mir abgeschüttelt. Ich durfte mich fallen lassen und eintauchen in eine mir gänzlich neue Welt.

Als nächstes passierten wir die Emscherkunst-Fußgängerbrücke „Slinky Springs to Fame“ des Künstlers Tobias Rehberger. Sie verbindet den Kaisergarten am Schloss Oberhausen mit den Rad-und Wanderwegen der Emscherinsel und ist gleichermaßen Überquerungshilfe sowie begehbares
Kunstwerk. Der Name leitet sich vom amerikanischen Spiralspielzeug „Slinky“ ab, der „laufenden Feder“. Einfach irre, diese über 400 m lange und 10 m hohe Spirale, die uns über den Rhein-Herne Kanal in den Kaisergarten mit Schloss führte.

Frau Spielmann und Herr Appelbaum auf der Brücke \"Slinky Springs to Fame\"

Vom Kaisergarten war es gar nicht mehr weit bis zum Gasometer Oberhausen. Überwältigend war der Blick von dem 75m hohen Turm auf die überraschend grüne Umgebung. Wir konnten mit dem Rad bis unmittelbar vor den Aufzug vorfahren. Selbst mit Rollstuhl wäre mir der Zugang möglich gewesen. Nur die recht steile Schräge auf die Plattform wäre ohne Begleitung schwierig zu bewältigen gewesen. Doch die hatte ich ja dank meines Gästeführers, der mich sicher hinauf und hinunter brachte. Abgesehen von einigen Schülern, die sich einen Spaß daraus machten, den
Fahrstuhl an jeder der 11 Stockwerke zum Halten zu bringen, war die Anzahl der Besucher auf der Plattform noch überraschend überschaubar. So
empfand ich diesen Abstecher als einen der Höhepunkte des Tages. Aber es sollte noch weitere angenehme Überraschungen geben.

Die nächsten Attraktionen auf unserer Strecke waren Haus Ripshorst (Informationszentrum Emscher Landschaftspark) mit dem tanzenden Strommast „Zauberlehrling“ der Künstlergruppe Inges Idee sowie einem weiteren temporären Zeltplatz des Künstlers Ai Weiwei. Der tanzende Strommast verzauberte mich total. Steht da so ein Gerippe mitten auf einer Wiese und lässt einen nicht wieder los. Da hätte ich zu gerne mitgetanzt. Wie kann etwas so Schweres so leicht und anmutig wirken? Das muss Kunst sein!

Frau Spielmann und Herr Appelbaum auf dem Gasometer Oberhausen   Frau Spielmann vor dem tanzenden Strommast

Von hier ging es bei sicher mehr als 30° weiter am Rhein-Herne-Kanal entlang zum BernePark mit dem „Theater der Pflanzen“ von Piet Oudolf und Gross.Max und der„Lichtinstallation“ von Mischa Kuball, dem Kunstwerk „Catch as catch can“ von Lawrence Weiner sowie dem außergewöhnlichen Fernrohr „Connecting View“ von Jeppe Hein. Ein Mittagsschläfchen hätte hier schon gelockt, doch das „Parkhotel“ – mehrere große Betonröhren, ausgestattet mit einem breiten Bett und mit einer Tür versehen – ist ausgebucht. Stattdessen stärkten wir uns im Restaurant im Maschinenhaus mit einem leckeren Mittagsimbiss.

Frau Spielmann auf dem Dreiradtandem im Bernepark   Frau Spielmann auf dem Dreiradtandem am Rhein-Herne-Kanal

Schließlich ging es über die Burg Vondern zurück zu unserem Ausgangspunkt am Emscherdorf in Oberhausen. Hiermit möchte ich meinen Bericht beenden, auch wenn ich noch unendlich viel erzählen könnte. Mir hat der Tag so gut gefallen, dass ich gerne auch die anderen Touren mit Herrn Appelbaum erkunden würde. Hoffentlich können noch viele Menschen mit Handicap meine Bewunderung teilen. Ich danke den Künstlern, den Mitarbeitern der EMSCHERKUNST.2013 sowie der NatKo und nicht zuletzt natürlich Herrn Appelbaum, die mir diesen außergewöhnlichen Tag ermöglicht haben. Er war rundum so gelungen, dass mir nur ein einziger Verbesserungsvorschlag einfällt: Es wäre wunderbar, wenn mehr Menschen mit Handicap ein solches Erlebnis ermöglicht würde. Eigentlich müssten sich die Organisatoren doch vor Anmeldungen nicht retten können. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich einige Bekannte und Freunde zu einem Besuch der EMSCHERKUNST.2013 verleiten könnte.

Monika Spielmann

Weitere Fotos von dieser Radtour finden Sie unter Fotoalbum.



« zur Aktuelles-Übersicht

Unser Motto

Wenn deine Ziele groß sind
und deine Mittel klein,
handle trotzdem,
denn durch dein Handeln
vergrößern sich auch deine Mittel.

(Chinesisches Sprichwort)

Adresse

Begleitete Radfahrten
Wolfgang Appelbaum
Gustav-Mahler-Straße 44
40724 Hilden

Tel: 02103 / 9 78 41 06
Mobil: 0170 / 2 12 69 30
E-Mail: info@begleitete-radfahrten.de